Zur nationalen Auftaktveranstaltung des Europäischen Jahres gegen soziale Ausgrenzung und Armut erklärt die grüne Europaabgeordnete Elisabeth Schroedter:
„Die heutige Eröffnung des
Europäischen Jahres gegen Armut und soziale Ausgrenzung in Deutschland sollte
für die Bundesregierung der Startschuss sein, endlich wirksame Schritte gegen
die soziale Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen zu unternehmen. Sie muss
Maßnahmen ergreifen, um strukturelle Ausgrenzung und Vererbung von Armut zu
beseitigen.
Es ist skandalös, wenn auf
Konferenzen große Reden über soziale Inklusion geschwungen werden, Deutschland
aber gleichzeitig seine Blockade gegen die fünfte EU-Antidiskriminierungsrichtlinie
nicht aufgeben will. Die Bundesregierung wird damit zum Handlanger der Bundesländer,
die ein Schulsystem schützen wollen, das Kinder trennt und separiert. Sie nimmt
damit billigend in Kauf, dass junge Menschen stigmatisiert und um ihre beruflichen
Chancen gebracht werden. Die Richtlinie ist das entscheidende Rechtsinstrument,
welches Kindern mit Lernschwierigkeiten oder Behinderungen den Weg in die Regelschulen
ebnet. Ich fordere die Bundesregierung deshalb auf, ihre Blockadehaltung
abzulegen und kein Veto gegen die Richtlinie einzureichen.
Genauso ist es inakzeptabel,
dass Kinder, deren Eltern von Hartz IV leben, alltäglich Ausgrenzung erfahren,
wenn z.B. das Geld für Klassenfahrten, neue Schulmaterialien oder das tägliche
Schulbrot fehlen. Die deutsche Regierung muss Rahmenbedingungen schaffen, die
allen Kindern gleiche Entwicklungschancen und ein menschenwürdiges Leben
bieten. Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass in der europäischen Strategie
Europa 2020 hierfür klare Kriterien für die Mitgliedstaaten festgelegt
werden."