Pressemitteilung :: 16.12.2010
Armutsbekämpfung muss konkret werden
Heute hat der
Sozialkommissar Andor die Europäische Plattform gegen Armut und Ausgrenzung
vorgestellt. Der Vorschlag soll am Ende des Jahres gegen Armut zeigen, wie die
EU das in der EUROPA 2020-Strategie vereinbarte Ziel Armut zu senken erreichen
will. Die Vizepräsidentin des Beschäftigungsausschusses, Elisabeth
Schroedter, sagt dazu:
"Wir
begrüßen den Vorschlag von Kommissar Andor. Das Dokument ist eine erste Antwort
auf die Frage, was in der EU getan werden muss, um wie vereinbart die Anzahl
der armutsgefährdeten Personen um 20 Millionen zu senken. Der Text enthält
gute Ansätze. So wird vorgeschlagen, die Gelder des Europäischen Sozialfonds
stärker für die Armutsbekämpfung einzusetzen. Bedauerlich ist allerdings, dass
die Kommission nicht den Mut hat, den Mitgliedsstaaten eine verbindliche
Strategie für die nächsten 10 Jahre vorzuschlagen.
Der
Hintergrund scheint ein Kniefall von Kommissionspräsident Barroso gegenüber
einigen Mitgliedsstaaten zu sein, unter ihnen Deutschland. Die Bundesregierung
hat in den vergangenen 12 Monaten immer wieder versucht, zu verhindern, dass das
Thema Armutsbekämpfung mit verbindlichen Zielvorgaben Teil der EUROPA
2020-Strategie wird und so als gemeinsame Verantwortung der Mitgliedsstaaten auf
die Europäische Tagesordnung gesetzt wird. Sie setzt sich dabei über die
Tatsachen hinweg, dass immer noch 84 Millionen Menschen oder 17% der EU
Bevölkerung von Armut gefährdet sind. 14,6 Prozent der Bundesbürger waren 2009
von Armut bedroht, 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Deutschland muss
endlich aufhören die Arbeit der EU-Ebene zur Armutsbekämpfung zu boykottieren,
sondern dafür sorgen, dass effektive Maßnahmen zur Armutsbekämpfung ergriffen
werden können."
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