Pressemitteilung :: 24.03.2011
Deutschland muss endlich Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen schaffen
Morgen findet der Equal Pay
Day statt, um gegen die bestehende
Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen zu protestieren. Das Datum des
diesjährigen Equal Pay Day ist symbolisch gewählt: Um das gleiche Jahresgehalt wie ihre
männlichen Kollegen zu bekommen und die Lohnlücke von 23% zu schließen, müssten
Frauen in Deutschland 2 Monate und 25 Tage länger - bis zum 25. März - arbeiten. Der Equal Pay Day widmet sich voll
und ganz dem Ziel, den Dialog zur Entgeltgleichheit zu fördern. Dazu erklärt
die grüne Europaabgeordnete Elisabeth Schroedter:
"Die
Lohnungerechtigkeit gegenüber Frauen in Deutschland ist ein Skandal, der von
der Bundesregierung seit Jahren hingenommen wird. Obwohl auch für Deutschland
als EU-Mitgliedsstaat seit 1975 die Verpflichtung besteht, den
Gleichheitsgrundsatz im Bereich Ausbildung und Berufsleben einschließlich der
Berufskarriere durchzusetzen, bewegt die Bundesregierung kaum etwas. Frauen
verdienen in Deutschland im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen
durchschnittlich 23% weniger Gehalt. Damit gehört Deutschland als einer der
reichsten Mitgliedsstaaten zu den Schlusslichtern in der EU. Als Konsequenz
dieser schreienden Ungerechtigkeit haben Frauen weitaus geringere
Rentenansprüche als Männer und sind wesentlich höher vom Risiko der Altersarmut
betroffen.
Es braucht grundlegende
Maßnahmen, um diese diskriminierenden Verhältnisse zu beseitigen. Ich fordere,
dass nur solche Unternehmen mit öffentlichen Mitteln gefördert werden, die im
Sinne der EU-Grundrechte-Charta Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen
herstellen. Dass dies funktionieren kann, zeigt das Beispiel Bremen: Das
dortige Landesförderungsgesetz schreibt vor, dass nur solche Unternehmen mit
EU-Strukturfondsmitteln unterstützt werden, die Maßnahmen zur Förderung der
Gleichstellung von Frauen und Männern vorweisen. Unternehmen können sich zum
Beispiel selbst verpflichten, Transparenz bei Gehaltsberechnungen herzustellen.
Ich fordere die Bundesregierung auf, Gender Mainstreaming bei den Förderprogrammen
konsequent umzusetzen und nur solche Unternehmen mit EU-Strukturfonds
(EFRE/ESF) zu fördern, die sich dem Ziel der Gleichstellung von Mann und Frau
verpflichten.“
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