Pressemitteilung :: 04.05.2011
Frau Münch, wann folgen Ihren Worten auch Taten?
Alle Kinder
mit und ohne Behinderungen haben das Recht auf gemeinsames Lernen in der
gemeinsamen Schule vor Ort. Dieser Anspruch ergibt sich für jedes Kind
in Brandenburg aus der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit
Behinderungen. Für die Umsetzung in Brandenburg sind zwingend organisatorische,
strukturelle, bauliche und gesetzliche Veränderungen im Bildungssystem
notwendig. Dieser Weg wird heute mit Regionalkonferenzen begonnen, die in den
nächsten Wochen von der Brandenburger Bildungsministerin Martina Münch
durchgeführt werden. Dazu erklärt die grüne Europaabgeordnete Elisabeth Schroedter:
„Ich
begrüße es, dass die Ministerin Münch endlich erste Schritte zur Umsetzung der
UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen veranlasst hat.
Die Regionalkonferenzen sind ein wichtiger erster Schritt zum gemeinsamen
Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen. Schließlich gilt dieses
UN-Recht bereits seit dem 26. März 2009 für alle brandenburgischen Schüler und
Schülerinnen. Die betroffenen Eltern und Kinder müssen schon viel zu lange
warten, damit dieses Recht endlich Wirklichkeit wird. Allerdings ist das
Vorgehen von Frau Münch in dieser dringlichen Sache nach wie vor zögerlich. Ich
frage Sie, warum die schulgesetzlichen Änderungen erst bis zum Jahr 2013
erfolgen sollen? Was passiert mit den Kindern mit Behinderungen, die schon
heute in allgemeinbildenden Schulen unterrichtet werden wollen? Um das Recht
für Kinder mit Behinderungen zügig umzusetzen, braucht es bereits heute
konkrete bauliche und organisatorische Maßnahmen in den Schulen, damit
Barrierefreiheit hergestellt wird und Kinder mit und ohne Behinderungen die
Förderung in der gemeinsamen Schule erhalten, die sie auch brauchen. Das darf
nicht erst bis zu Änderungen im Schulgesetz warten. Das Ministerium muss jetzt
handeln. Die Schulträger brauchen schon heute organisatorische und finanzielle
Unterstützung.
In dem
Zusammenhang fordere ich Martina Münch auf, Ihr Engagement für die Umsetzung
der UN-Konvention auch in die Kultusministerkonferenz zu tragen und sich für
ein Ende der deutschen Blockade gegen die Antidiskriminierungsrichtlinie
einzusetzen, die die UN-Konvention nach europäischem Recht umsetzt. Damit nicht
nur brandenburgische, sondern EU-weit alle Schüler und Schülerinnen ihr Recht
auf gemeinsames Lernen bekommen.“
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