Pressemitteilung :: 19.01.2011
Grenzüberschreitende Gesundheitsdienstleistungen: Solidarität und Patientenrechte werden erhalten
Heute hat das Europäische Parlament in zweiter Lesung
eine Richtlinie über grenzüberschreitende Gesundheitsdienstleistungen
verabschiedet. Der Kompromiss, den Parlament und Rat jetzt gefunden haben,
zielt darauf ab grenzübergreifende Patientenrechte zu sichern, ohne dass die
solidarisch organisierten Gesundheitssysteme unterlaufen werden. Dazu erklärt die grüne Abgeordnete Elisabeth
Schroedter, Vizepräsidentin im Beschäftigungs- und Sozialausschuss:
"Wir haben den Versuch der Kommission gestoppt,
Gesundheitsdienstleistungen unter dem Deckmantel der Patientenrechte zu einer
Ware auf dem Binnenmarkt zu machen. Es ist in den Verhandlungen mit dem Rat
gelungen, Patientenrechte bei einer Gesundheitsversorgung in einem anderen Mitgliedsstaat
zu klären, ohne die nationalen Gesundheitssysteme zu unterwandern.
Die Richtlinie sieht vor, dass Patientinnen und Patienten
darüber beraten werden müssen, wie sie durch eine Behandlung in einem anderen
Mitgliedsstaat anfallende Kosten erstattet bekommen. Die Beratung soll auch
Informationen über den besten Weg und über die Möglichkeiten einer Folgebehandlung beinhalten. Entscheidend ist, dass die
Mitgliedsstaaten diese Forderungen nach verbessertem Zugang zu Information und
Transparenz der Ansprüche jetzt auch umsetzten. Grundsätzlich werden nur die
Regelleistungen erstattet, die im eigenen Mitgliedsstaat anerkannt sind. In
bestimmten Fällen wird für die Rückerstattung eine Vorabgenehmigung benötigt.
Es handelt sich de facto um eine Zusatzrichtlinie.
Wesentliche Grundlage dafür bleibt die bestehende Verordnung zur sozialen Sicherung in der EU.
Mit dieser Verordnung können weitere
Rechte bei Behandlungen im Ausland in den Verhandlungen zwischen den
Mitgliedstaaten erreicht werden. Wir sind deshalb froh, dass diese Verordnung
als vorrangiges Gesetz erhalten bleibt. Wichtig ist, dass qualitativ hochwertige
Gesundheitsdienstleistungen kein Exklusivrecht werden, sondern ohne finanzielle
Nachteile von jedem in Anspruch genommen werden können. Hier fordern wir Grüne
von den Mitgliedstaaten mehr Engagement für eine gute Gesundheitsversorgung für
jede Bürgerin und jeden Bürger in der EU."
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