Pressemitteilung :: 14.04.2011
Neue Studie: Bruttoinlandsprodukt zeichnet ein verzerrtes Bild der Situation in den Regionen
Das
BIP (Bruttoinlandsprodukt) beschreibt nur unzureichend die reale Situation in
den europäischen Regionen, denn es misst weder den Stand der ökologischen
Nachhaltigkeit, noch den Stand des sozialen Zusammenhalts. Erst die Ergänzung
dieses Indikators der Wirtschaftsleistung durch soziale Indikatoren zeichnet
ein realistisches Bild der Lage in den Regionen. Zu diesem Ergebnis kommt eine
Studie über das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ergänzende Indikatoren in der
Regionalen Entwicklung, die von der Fraktion Grüne/EFA heute veröffentlicht wurde.
Die Studie zeigt, dass sich Regionen mit einem hohen BIP besser darstellen, als
es ihrer sozialen Situation wirklich entspricht. Elisabeth Schroedter, Vizepräsidentin des Sozialausschusses und
Mitglied im Regionalausschuss, erklärt:
"BIP+
macht den Unterschied! Was wir bisher nur erahnt haben, ist durch diese Studie
jetzt belegt: Wird der Bemessungsfaktor für die regionale Entwicklung, das BIP,
durch soziale Kriterien ergänzt, ergibt sich eine andere Karte von Europa, als
wenn nur das BIP für den Erfolg der regionalen Entwicklung zugrunde gelegt
wird. Es zeigt sich zum Beispiel, dass in Hauptstadtregionen wie Prag, Warschau
oder Budapest Einkommen sehr
unterschiedlich verteilt sind. Bei Menschen in ärmeren Stadtvierteln, wo hohe Arbeitslosigkeit
herrscht, kommt das Wirtschaftswachstum nicht an.
Deshalb
fordern wir die Kommission für die nächste Förderperiode auf, die sozial
unterschiedlichen Entwicklungen in den Regionen stärker in den Fokus zu nehmen.
Die Kommission muss die Mitgliedsstaaten verpflichten, mehr Geld aus den
EU-Strukturfonds für den Europäischen Sozialfonds (ESF) vorzusehen als in der
Vergangenheit und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um die sich weiter öffnende
Schere zwischen arm und reich zu schließen."
-------------------
Anmerkung:
Welchen
Anteil der ESF innerhalb der Strukturfonds pro Mitgliedsstaat hat, entscheiden
die Mitgliedsstaaten selbst.
Die Studie kann hier
herunter geladen werden: Mehr >>>
Kommentar hinzufügen