Pressemitteilung :: 23.11.2010
New Skills for New Jobs: EU-Kommission präsentiert alte Rezepte statt innovativer Ideen
Heute hat Kommissar Andor
in Straßburg mit der Agenda für neue Kompetenzen für neue Beschäftigungen (New
Skills for New Jobs) ein weiteres Flagship der EU 2020 Strategie vorgestellt.
Es geht in der Strategie nicht nur um Aus- und Weiterbildung, sondern um ein
breites Spektrum von Arbeitsmarktfragen, wie der grenzüberschreitenden
Mobilität von Arbeitnehmer/innen. Überraschend ist die zentrale Rolle, die das
Thema Flexicurity, also Arbeitsbedingungen, in dem Dokument einnimmt. Die
Vizepräsidentin des Beschäftigungsausschusses Elisabeth Schroedter
sagt dazu:
„Die Kommission hat die
Chance verpasst, mit der "New Skills for New Jobs"- Mitteilung eine
innovative Strategie und konkrete Maßnahmen vorzuschlagen, die durch
ökologischen Wandel neue Arbeitsplätze in den europäischen Industriegesellschaften
schaffen und bedrohte Arbeitsplätze erhalten. Überraschender Weise konzentriert
sie sich in ihrer Mitteilung nicht auf diese Fragen, sondern wärmt ihre alte
Flexicurity-Strategie auf.
Der Bericht des Parlamentes
zu Green Jobs zeigt deutlich, dass von der Krise bedrohte Arbeitsplätze nicht
durch Deregulierung, sondern durch ökologischen Fortschritt zu retten sind. Dazu
braucht es dringend eine breite Aus- und Weiterbildungsoffensive für alle
Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, vor allem für die mit niedrigem
Qualifikationsniveau. Junge Menschen dürfen nicht hängen gelassen werden, da
wir auf kein Talent verzichten können. Die Erfahrung älterer Arbeitnehmer/innen
müssen durch Fortbildung in ökologischen Fragen für den Wandel genutzt werden.
Der Verweis auf die Roadmap 2020 zu Ressourceneffizienz und auf den Aktionsplan
Öko-Innovation ist uns Grünen zu wenig und zu unkonkret.
Die
Kommission irrt, wenn sie glaubt, dass eine wissensbasierte nachhaltige
Wirtschaft auf Unsicherheit und schlechten Arbeitsbedingungen gebaut werden
kann. Sie setzt auf Armut durch Arbeit, anstatt zum Wohlstand beizutragen.
Armut ist ein schlechter Begleiter für den Fortschritt. Ich hatte erwartete,
dass die Kommission einen Aus- und Weiterbildungspakt
vorschlägt, der Mitgliedstaaten und die Arbeitgeber- und
Arbeitnehmerorganisationen verpflichtet, aktiv zu werden. Nur so kann Europa dem
Anspruch gerecht werden, dass der industrielle Wandel in Europa für alle ein
Gewinn ist.“
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