Pressemitteilung :: 02.02.2011
Renten-Grünbuch: Grüne fordern angemessene und nachhaltige Renten
Nach
kontroverser Debatte wurde gestern Abend im Beschäftigungs- und Sozialausschuss
die Stellungnahme zum Grünbuch Renten abgestimmt. Auch wenn Renten unter
nationale Kompetenz fallen, wird durch die makroökonomischen Vorgaben der Druck
auf die Rentensysteme der Mitgliedsstaaten immer größer. In der Stellungnahme
ging es im Wesentlichen um die Sicherung der Grundrente. Der Ausschuss spricht
sich dafür aus, die Frage der Portabilität von Betriebsrenten für mobile
Arbeitnehmer zu regeln. Ein vorhergegangener Versuch der Kommission die
Übertragbarkeit von Zusatzrenten EU weit zu verbessern, war vor vier Jahren gescheitert.
Ohne sich zu einem offiziellen Renteneintrittsalter zu äußern, fordert der
Ausschuss die Mitgliedsstaaten auf, angemessene und nachhaltige Renten sicherzustellen
und beauftragt die Kommission, neue Vorschläge zur Portabilität zu machen. Elisabeth Schroedter, Vizepräsidentin des
Beschäftigungsausschusses, sagt dazu:
"Ich
begrüße sehr, dass die Mehrheit im Sozialausschuss sich dafür ausgesprochen
hat, dass die gesetzliche Altersvorsorge - die sogenannte erste Säule - auch in
Krisenzeiten eine angemessene Rente für alle sicherstellen soll. Es gehört zu
einem Sozialen Europa, dass sich Bürgerinnen und Bürger in der EU auf eine
gesetzliche Altersvorsorge verlassen können, die ihnen ein Existenzminimum im
Alter sichert. Makroökonomische Maßnahmen dürfen das nicht infrage stellen. Rechte
von mobilen Arbeitnehmern und die Lebensläufe von Frauen müssen dabei besonders
berücksichtigt werden.
Das
offizielle Renteneintrittsalter aus makroökonomischen Gründen den Mitgliedsstaaten
diktieren zu wollen, wie es die Bundeskanzlerin Merkel in ihrem Vorschlag zum
Euro-Rettungsschirm vorschlägt, löst weder die finanziellen noch die sozialen
Probleme. Entscheidend in der Debatte um die Nachhaltigkeit der Renten ist,
dass wir gegen die Diskriminierung von älteren Menschen im Arbeitsmarkt in
Europa aktiv werden. Denn das tatsächliche Ende vieler Berufskarrieren ist
wesentlich früher. Für Menschen über 50
sinken die Chancen, weiter zu arbeiten oder eine neue Stelle zu bekommen. Wir
Grüne finden, dass die Veränderung von Steuersystemen in den Mitgliedstaaten,
die über zehn Jahre einen fließenden Übergang zwischen Rente und Berufsleben ermöglichen,
eine effektivere Lösung ist, als eine Diskussion über das gesetzliche
Renteneintrittsalter. Finnland macht es den anderen Mitgliedstaaten vor. Ich
freue mich, dass der von uns heute verabschiedete Bericht von den Mitgliedsstaaten
verlangt, die Antidiskriminierungs-Richtlinie besser umzusetzen und es älteren
Arbeitgebern ermöglicht, länger im Arbeitsmarkt aktiv zu bleiben und dadurch
bessere Rentenansprüche zu erwerben. Zu diesen Defiziten schweigt Frau
Merkel."
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