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Panel 2: Grüne Jobs für Frauen

Unumstritten liegt das größte Potenzial für grüne Jobs im Bausektor, sowie im Arbeitsfeld der erneuerbaren Energien. Doch profitieren auch Frauen von diesen Beschäftigungsmöglichkeiten? Bisher kaum, so die klare Antwort von Dr. Mara Kuhl, Fachberaterin für öffentliche Verwaltung und Politik für Gender Mainstreaming aus Berlin. Von 26 Beschäftigungsbereichen, die ein großes grünes Beschäftigungspotenzial haben, sind nur 3 von Frauen dominiert: Gesundheit, Sozialwissenschaft und der Dienstleistungssektor. 3 sind gemischt und 20 sind klar von Männern dominiert, dazu gehören Techniker/innen, Ingenieurberufe, Handelsvertreter/innen und die Architektur. Diskriminierende Methode bei der Einstellung, Stereotype sowie mangelnde Vertretungen von Frauen in Spitzenpositionen legen Frauen in diesen Sektoren Steine in den Weg. In Deutschland zum Beispiel ist die Arbeitslosenquote der Ingenieurinnen doppelt so hoch wie die der männlichen Ingenieure, referierte Dr. Mara Kuhl. Ein wichtiger Punkt ist, dass die Genderdimension in den Arbeitnehmerrechten verstärkt und von den Gewerkschaften vertreten werden muss. Die Sektoren müssen sich auch was ihre Arbeitskultur angeht Frauen öffnen und so für beide Geschlechter attraktiver werden.


Wenn wir die Positionen von Frauen in neuen grünen Sektoren fördern wollen, müssen wir voneinander lernen: Lisa Rustico, italienische Koordinatorin der Partnerschaft zwischen dem von der Europäischen Kommission kofinanzierten Projekt WIRES (Women in Renewable Energy Sector) und Adapt, einem Verein für vergleichende Studien über Arbeitsrechte, verwies in ihrem Vortrag darauf, dass im Rahmen von WIRES ein bulgarischer Verein, eine Jura-Universität in Ungarn und eine italienische Gewerkschaft gemeinsam Frauen im Sektor der erneuerbaren Energien fördern wollen. Im Rahmen des Projekts wird zum Beispiel über die Wirkung der Agenda 2020 auf die Beschäftigungsquote weiblicher Arbeitskräfte reflektiert. Der Green New Deal sollte eine Wende in Gang setzen: Der Mangel an Frauen im Energiesektor und besonders in den Erneuerbaren ist vor allem ein Mangel an Qualifikationen der Frauen, die zu selten technische Studiengängen wählen, bedauert Lisa Rustico.


Der Begriff Grünen Jobs umfasst nicht nur erneuerbare Energien, sondern benennt ein breites Spektrum von Beschäftigungen, die eine nachhaltige Entwicklung vorantreiben - und einer der größten Wachstumsbereiche wird der Bausektor und die Gebäudesanierung sein. Gleichzeitig ist dieser Sektor in allen EU Mitgliedsstaaten immer noch extrem männlich dominiert. Leila Ouadah versucht mit ihrem eigenen Bauunternehmen und dem von ihr gegründeten Verein D.A.M.E.S. die männliche Dominanz aufzubrechen. Nachdem sie selbst 20 Jahren im Bausektor gearbeitet hat, stellte sie die flagrante Anwesenheit der Frauen in diesem Sektor fest und setzt sich jetzt mit wirtschaftlichem und sozialem Engagement für eine gerechte Neuverteilung der Arbeit ein. Ihr Ziel ist die Förderung und Eingliederung von Frauen im Bausektor, durch Einstiegshilfen und gezielte Professionalisierung. In Frankreich entscheiden sich nur 1,3% der Frauen für eine Ausbildung oder eine Arbeit in diesem Bereich. Leila Ouadah will hingegen zeigen, dass der Bausektor auch für Frauen ein faszinierendes Arbeitsfeld sein kann, das eine Aufwertung verdient hat. Zum Schluss der Konferenz appelliert sie an die Solidarität unter Frauen, sich beim Aufstieg in männlichen Hierarchien gegenseitig zu helfen.  

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Fotos zur Konferenz: Greening the labour market in Brüssel (30.06.11)

Konferenz: Greening the labour market
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