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Die Waldtour - Erkunden Sie die Geheimnisse der Märkischen Heide

Der Bahnhof im Wald
Als die märkischen Waldbauern noch vom Holz lebten, war der kleine Bahnhof Ferch-Lienewitz ein wichtiger Holzumschlagplatz. Heute ist er Ausgangspunkt für den stadtnahen Tourismus. Er liegt an der Bahnstrecke, die Berlin-Schönefeld und Potsdam Hauptbahnhof verbindet. Von Potsdam fährt der Zug in weniger als 20 Minuten in die märkische Heide. An heißen Sommertagen ist die Kühle des Waldes in Ferch-Lienewitz ein Genuss.
Auf unserer Radtour geht es rechts über die Gleise die Verbindungsstraße nach Ferch. Leider haben die PlanerInnen im Zuge der Straßenerneuerung einen Radweg nicht für nötig gehalten. So bleibt die Strecke durch das Naherholungsgebiet "Potsdamer Wald- und Seengebiet" ohne Fahrradweg, ein unverzeihliches Versäumnis. Radfahrer müssen ständig um ihre Sicherheit bangen, sie werden von rasenden Autofahrern an den unbefestigten Straßengraben gedrängt.
Im nahe gelegenen Wildgehege, unmittelbar am Ortseingang von Ferch gelegen, ist hingegen Sicherheit oberstes Gebot. Schwarzwild, Bache, Eber und Frischlinge, sind eingezäumt und können von uns ohne Angst aus unmittelbarer Nähe beobachtet werden. 

Von Ferch nach Bliesendorf
Nach dem Abstecher ins Wildgehege geht es auf der Beelitzer Straße weiter in Richtung Dorfzentrum. Dort biegen wir nach links in die Dorfstraße ein und folgen dieser, bis sie in den schmalen Kammeroder Weg mündet, alles im Konkurrenzkampf mit dem motorisierten Verkehr. Der Kammeroder Weg führt vorbei an der Waldsiedlung Kammerode und später an Obstplantagen zum Autobahnzubringer Glindow. Nachdem wir die stark befahrene Straße überquert haben, tauchen wir wieder tief in den märkischen Wald ein. Wir bekommen die Eigenarten der märkischen Heide, wie die Kiefernwälder im Umkreis von Potsdam genannt werden, auf jedem Meter zu spüren. Mühselig wühlen sich die Räder durch den trockenen Sand und hüpfen anschließend über die quergewachsenen Baumwurzeln.
Die Mühe dauert glücklicherweise nur eine kurze Weile, dann sind wir schon auf die Verbindungsstraße von Elisabethhöhe nach Bliesendorf, in welche wir links einbiegen, um kurz darauf im Kern des Dorfes zu landen.

Der Waldsee

Kurz nach dem alten Dorfzentrum teilt sich der Weg und rechts weist ein Schild auf den Fahrradweg Bliesendorf-Lehnin hin. Wieder umhüllt uns märkischer Kiefernwald, begleitet von hoch gewachsenen Robinien. Der Weg ist zwar sandig, aber dafür auch schattig und windgeschützt. Die Spuren der Panzer aus DDR-Zeiten sind immer noch unter dem Sand zu spüren. Die großen Gruben am Wegesrand erinnern bis heute an die Kriegspiele im Wald.
Hier in der Lehniner Region scheint es unter den Tourismusplanern Radfahrer und eine gute Zusammenarbeit mit dem Forstamt zu geben. Neben dem Zufahrtsweg für das schwere Gerät der Forstarbeiter wurde ein schmaler Streifen mit festem Untergrund für Radfahrer angelegt.
Dieser Weg mit gebundener Decke aus Lehm und Steinen führt am Rand oberhalb des Waldweges entlang. Es lässt sich darauf hervorragend fahren. Überholmanöver und Begegnungen sind allerdings unmöglich. Doch für die wenigen, die sich wie wir auf die Suche nach den Geheimnissen der Märkischen Heide begeben, reicht der Platz. Wenige Meter weiter weist uns ein Schild den Weg zu unserem Ziel: "Zum Kolpinsee". Kurz darauf wird die Luft kühler und feuchter, der Wald lichtet sich. Durch die Erlen strahlt uns der stille Waldsee entgegen. Sein sauberes Wasser lädt zum Baden und die kleine Lichtung zum Ausruhen ein. Weit ab von dem Trubel der touristischen Zentren an der Havel, sind wir mit den einheimischen Kröten und den Haubentauchern auf Du-und-Du und genießen die Ruhe.

Von Lehnin nach Borkheide
Für die auf den märkischen Heidewegen erprobten Radfahrer ist es kein Problem, den See zu umrunden und seine Schönheit von allen Seiten zu genießen. Wir nehmen heute den kurzen Weg nach Lehnin, die alte Potsdamer Straße, gesäumt von den alten Eichen. Sie führt an den kleinen Brüdern des Kolpinsees vorbei, die in prachtvoller Seerosenblüte daliegen. Der schmale Fahrradweg führt wieder oberhalb des Waldweges entlang und ist für Radwanderer völlig zufriedenstellend.
Dem Ort Lehnin selbst fehlt noch ein Fahrradwegekonzept. Wir hoffen, dass im Zuge der Baumaßnahmen im Ort auch daran gedacht wird. Lehnin ist durch seine Klosteranlage und insbesondere durch die Klosterkirche ein bekanntes Ausflugsziel. Viele Fahrradfahrer beleben jetzt schon die Cafés im Zentrum der kleinen Stadt. Aber nur durch ein Wegekonzept, welches den Radfahrerfamilien Sicherheit bietet und sich gut an die Radwege der Umgebung anpasst, kann es zum Magnet für die Freunde der sanften Mobilität werden.
Der kleine Rundweg über Rädel und Emstal, um das südlich gelegene Waldseengebiet herum, zeigt uns die Kostbarkeiten der Natur in der Märkischen Heide. Von Emstal geht es dann auf einer stark befahrenen Straße, am Truppenübungsplatz entlang nach Busendorf. Radkarten sprechen von "unvermeidbaren Lückenschlüssen". Das bedeutet: Hier hat die Tourismusplanung wieder einmal geschlafen und den schützenden Radweg bei der Erneuerung der Landstraße vergessen.
Am Ortsende von Busendorf biegen wir rechts ab und fahren durch den Wald nach Borkwalde. Vorbei an dieser Waldsiedlung, geht es direkt zum Bahnhof Borkheide. Von hier aus bringt uns die Regionalbahn nach Potsdam Rehbrücke, andere fahren nach Wannsee und Berlin.
Die Schwächen im Radwegekonzept gleicht diese 50-Kilometer-Tour dadurch aus, dass sie zu 80 Prozent nur durch Waldgebiet führt, was an heißen Sommertagen oder windigen Herbsttagen sehr angenehm ist.
 
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Bilder zur Waldtour

Junge Kröte
Kleiner See nahe dem Kolpinsees
Bahnhof Ferch-Lienewitz
Radweg zwischen Bliesendorf und Lehnin
Kolpinsee
Blick auf das Seengebiet südlich von Lehnin
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