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Meine Frühlingstour - Eine Fahrradtour rund um den Schwielowsee

Von Potsdam nach Caputh
Wir starten am Potsdamer Hauptbahnhof und folgen der Bundesstraße Nr.2 in Richtung Beelitz. An der Gaststätte "Templiner Eck" biegen wir rechts in Richtung Caputh ab. Nach kurzer Zeit trennt uns nur noch die wilde Uferböschung vom Templiner See. Zwischen den hohen Endmoränen auf der einen und dem See auf der anderen Seite fahren wir durch den schönsten Mischwald.
Dass wir uns den Weg mit den Fußgängern teilen müssen, nehmen wir gerne in Kauf. Dafür sind wir vor den rasenden Autos geschützt. In Caputh lassen wir dieses Mal das Haus von Albert Einstein links liegen. Das schenkt uns Zeit für den Umweg durch den wunderschönen Schlosspark. Wir müssen zwar das Rad schieben, können aber den schönen Blick zum anderen Seeufer genießen. 


Von Geltow nach Petzow
Später stellen wir fest, dass die Caputher Fähre repariert wird und uns deshalb nicht nach Geltow übersetzen kann. Also nehmen wir den beschwerlicheren Weg über die Eisenbahnbrücke und schleppen unsere Fahrräder erst auf der einen Seite die Brückentreppe rauf- und auf der anderen Seite wieder runter. Doch die grandiose Aussicht von da oben über den Schwielowsee entschädigt uns für diese Mühen.
Wir folgen der Bahnlinie und können auf der Geltower Chaussee links sogar einen Fahrradweg entdecken. Weil er vor dem Torfgraben endet, teilen wir das Schicksal Potsdamer Fahrradfahrer, die immer wieder an den unübersichtlichsten Stellen gezwungen werden, die Straßenseiten zu wechseln. Kurz danach biegen wir links ab in die Straße zur Baumgartenbrücke. Die Fahrt immer am Ufer des Schwielowsees entlang ist ein Genuss. Ich finde, diese Straße sollte am Wochenende den Fahrradfahrern allein überlassen bleiben.
Dann geht es den schmalen Plattenweg hoch zur Baumgartenbrücke, welche die Inselstadt Werder mit der Inselstadt Potsdam verbindet. Während wir sie überqueren sehen wir vor uns die Kirche von Werder.
Das soll an diesem Tag aber nicht unser Ziel sein. Statt dessen biegen wir gleich nach der Brücke in die Straße links nach Petzow ein. Obwohl dies eine ausgewiesene Fahrradroute des Landkreises Potsdam-Mittelmark ist (F1), vermissen wir den Fahrradweg. Es geht rauf und runter, unter uns liegt der Schielowsee. Am Ortseingang von Petzow schauen wir kurz im Fruchthof bei Christine Berger vorbei. Eine Flasche Sanddornnektar und andere Produkte der "Zitrone des Havellandes" wandern in unsere Fahrradtaschen.
Wir lassen die Räder stehen und halten uns links, um einen kleinen Spaziergang durch den Schlosspark zu machen, eine Perle Lenné’scher Gartenkunst. Als wir den Park wieder verlassen, entdecken wir unzählige wilde Krokusse mit zartvioletten Blüten untern Buchenlaub. Wunderschön! Schon allein wegen ihnen hat sich der Weg hierher gelohnt.


Von Petzow über Ferch zur Flottstelle
Dann geht’s Richtung Ferch, wieder auf der Fahrradroute F1, wieder ohne Fahrradweg. Kenner der Gegend fliehen aus dieser unerträglichen Situation und fahren den Trampelpfad linker Hand direkt zum Ufer des Schwielowsees, umkurven die Landzunge "Löcknitz", ertragen dann wieder ein Stück der stark befahrenen Straße und landen schließlich nach dem Zeltplatz auf einem sehr schönen Waldweg direkt am Ufer des Sees.
Von hier aus könnte man die Straße geradeaus nach Caputh nehmen, um von da aus den bereits bekannten Weg zurück zum Bahnhof Potsdam zu fahren.
Von der Flottstelle nach Michendorf, Langerwisch und Wilhelmshorst
Wir hingegen biegen bereits vor der Flottstelle ab und mühen uns bergauf hinein in die bewaldeten Endmoränen. Von dort geht’s umso schneller wieder bergabzu den Lienewitz-Seen, an deren Ufern hundertjährige Eichen stehen. Die Moränenlandschaft mit ihrer Stille und abwechselungsreichen Natur ist ein Genuss. Wir verlassen diesen geheimen Ort wieder und landen am Sägewerk mit der Autobahnauffahrt vis-à-vis. Dort halten wir uns scharf links und werden bald wieder von der Stille des Waldes umgeben. Bis er auf die Ahornallee von Michendorf stößt folgen wir dem Waldweg. Nun geht es geradeaus und unter der Bahnbrücke hindurch.
Kurz danach biegen wir links in die Straße "Am Dieck" ein. Im Zentrum von Michendorf kreuzen wir die Hauptstraße, um gegenüber weiter die Langerwischer Straße zu fahren. Die kleine Nebenstraße führt uns an einer Schule vorbei. Wieder kreuzen wir die Hauptverkehrsstraße, nehmen den Priesterweg durch Wiesen und Felder und genießen die offene Kulturlandschaft, wie sie typisch für die Umgebung von Potsdam ist.
Dabei werden wir aufgeschreckt durch die Plakate an den Häusern und Gartenzäunen. "Was, hier soll eine Bundesstraße gebaut werden?" Typisch für Brandenburg: Für Fahrradwege ist kein Geld da, aber für dicke Straßen quer durch eine wunderschönen Landschaft.
Wir sehen vor uns den Ort Langerwisch mit seiner Kirche. Auf die steuern wir zu, biegen dann aber links in die Potsdamer Straße ein. Entlang der Baumalleen verläuft ein Fahrradweg. Wir genießen noch einmal den Blick in die offene Feldflur und hoffen mit den Langerwischern, dass ihnen die Bundesstraße nicht vor die Nase gesetzt wird. Kurz vor der Eisenbahnbrücke endet der Fahrradweg. Wieder ist ein abenteuerlicher Seitenwechsel vorgesehen. Nun sind wir in Wilhelmshorst, der Wohnstätte des bedeutendsten deutschen Dichter der Nachkriegszeit Peter Huchel (1903-1981), dessen Gedichte viel über diese Landschaft erzählen. 


Von Wilhelmshorst nach Potsdam

In Waldort Wilhelmshorst geht es immer geradeaus, über die Bahn und um den Goetheplatz herum, um später auf die Bundesstraße Nr.2 zu stoßen. Kurz davor entdecken wir rechts einen Fahrradweg, den wir bis Potsdam nicht mehr verlassen müssen. Da es von den Endmoränen wieder runter ans Wasser zur Inselstadt Potsdam geht, erreichen wir, das Tempo genießend, den Bahnhof in 25 Minuten. Wir biegen in der Innenstadt nicht einmal ab und treffen bald wieder auf das Ufer des Templiner Sees.

Der Templiner See und der Schwielosee sind Havelseen, also Teil eines Flusses und einer einmaligen Flusslandschaft. Sie ist so schön, dass es nach Überzeugung der Potsdamer niemand wagen wird, sie zu einem Kanal für Europaschiffe auszubauen. Die jetzigen Pläne dazu müssen, dass wird jedem nach dieser Tour klar, wegen ihrer Absurdität für immer in den Tiefen der Aktenschränke versenkt werden.

Ach, eins habe ich noch vergessen: Wenn auch die Fahrradwege noch rar sind, die Ausflugsgaststätten am Wegesrand sind es zum Glück nicht. Für ein Rastplätzchen mit Speis und Trank ist auf dieser ca. 45 Kilometer langen Strecke auf jeden Fall gesorgt.
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Bilder zur Fahrradtour um den Schwielowsee

Treppe zur Eisenbahnbrücke in Caputh
Auf der Eisenbahnbrücke - der Schwielowsee im Hintergrund
Ente bei Baumgartenbrück
Ausruhen im Wald nahe Flottstelle
Waldweg bei Michendorf Richtung Ahornallee
Uralte Robinie am Priesterweg in Langerwisch
Langerwischer Kirche
Langerwisch, Potsdamer Straße
Flusslandschaft der Havel
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